Vereinsgeschichte
Die Anfänge des Sports in Bachfeld
Der organisierte Sport in Bachfeld begann im Jahr 1897 mit der Gründung des Turnvereins „Friedrich Ludwig Jahn“. Der Verein widmete sich vor allem dem Turnen sowie der Leichtathletik, insbesondere dem Dreikampf, und prägte damit über viele Jahre das sportliche Leben im Ort.
Ab 1922 nahm auch die Faustballabteilung regelmäßig am Wettkampfbetrieb teil. In den folgenden Jahren – bis 1933 – erzielte der Verein in dieser Sportart beachtliche Erfolge und machte sich überregional einen Namen.
Im Jahr 1933 wurde der Turnverein im Zuge der politischen Veränderungen durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Damit endete vorerst die erste Phase des organisierten Vereinssports in Bachfeld.
Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 sowie des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR am 1. Oktober 1949 begann auch in Bachfeld ein neuer Abschnitt in der Entwicklung des organisierten Sports. In enger Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der Gemeinde, engagierten Sportlern und dem damaligen Bürgermeister wurde die Sportgemeinschaft (SG) Bachfeld gegründet. Dieser Zusammenschluss umfasste zunächst 36 Sportfreunde und bestand anfänglich aus den Sektionen Faustball und Kegeln.
Ausbau der sportlichen Aktivitäten
In den folgenden Jahren wuchs das Sportangebot schrittweise an. 1952 kam die Sektion Tischtennis hinzu, 1954 dann auch die Sektion Turnen und ebenfalls im Jahr 1954 wurde eine Nachwuchsabteilung für Kinder und Jugendliche im Faustball aufgebaut. Somit begann eine gezielte Förderung des sportlichen Nachwuchses in Bachfeld.
Im Jahr 1960 wurde die Sportgemeinschaft zusätzlich durch Wintersport und Leichtathletik erweitert und umfasste nun insgesamt sechs Sektionen. Im selben Jahr erfolgte die offizielle Gründung der Betriebssportgemeinschaft „Traktor“ (BSG) Bachfeld, die fortan die Grundlage für die erfolgreiche sportliche Entwicklung im Ort bildete.
Mitgliederentwicklung
Mit der zunehmenden Ausweitung des Sportangebotes wuchs auch die Zahl der Mitglieder stetig an. Während zur Gründung im Jahr 1950 noch 36 Mitglieder gezählt wurden, entwickelte sich die BSG in den folgenden Jahrzehnten zu einer starken Sportgemeinschaft im Ort. Zum 31. Mai 1985 zählte die BSG „Traktor“ Bachfeld schließlich 229 Mitglieder.
Sportliche Entwicklung und Auszeichnungen
Seit 1954 erfüllte die BSG „Traktor“ Bachfeld ihre Jahressportpläne und Wettbewerbsprogramme des DTSB regelmäßig vollständig. Die Sportgemeinschaft beteiligte sich aktiv an zahlreichen Sportveranstaltungen, Sportstafetten sowie an Veranstaltungen anlässlich bedeutender Jahrestage der DDR. Für ihre Leistungen wurde die BSG mehrfach ausgezeichnet – bspw. mit der Ehrenurkunden des Präsidiums des DTSB 1983.
Besonders erfolgreich entwickelte sich der Nachwuchsbereich im Faustball. Bereits 1968 erreichte die Juniorenmannschaft bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Feld in Schneeberg einen vierten Platz. Im selben Jahr belegte die Mannschaft bei den Hallenmeisterschaften in Erfurt ebenfalls den vierten Platz und wurde bei den Hallenmeisterschaften in Wurzen Deutscher Meister.
Erfolge im Männerbereich Faustball
Auch im Männerbereich konnte die BSG „Traktor“ Bachfeld bedeutende Erfolge feiern. 1974 gewann die erste Mannschaft die Aufstiegsspiele zur DDR-Liga in Veilsdorf und schaffte damit den Sprung in die zweithöchste Spielklasse. Bereits 1975 nahm die Mannschaft an den Aufstiegsspielen zur Oberliga teil. Seit diesem Jahr spielte sie dauerhaft in der höchsten Spielklasse der DDR im Feldfaustball. Einen besonderen Höhepunkt bildeten die Jahre 1982 und 1983, in denen die Mannschaft jeweils DDR-Meister wurde – 1982 in Bachfeld und 1983 in Burg im Spreewald.
Sportstätten und Ausblick
Ein wichtiger Schritt für die sportliche Entwicklung des Vereins war der Bau einer neuen Sportanlage in Bachfeld. Diese wurde anlässlich der DDR-Schülermeisterschaften der Altersklasse 14 eingeweiht und erhielt den Namen „Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte“.
So entwickelte sich die BSG „Traktor“ Bachfeld über Jahrzehnte zu einem wichtigen Mittelpunkt des sportlichen und gesellschaftlichen Lebens der Gemeinde.